Deutscher Fotorat e.V.
Newsletter Oktober 2026
Der 2021 gegründete Deutsche Fotorat ist der Dachverband der Fotografie in Deutschland und seit 2023 Mitglied im Deutschen Kulturrat. 47 Mitgliedsorganisationen setzen sich im Dachverband für das Medium Fotografie, die Fotokultur und die fotografische Berufspraxis ein.
Themen in diesem Newsletter
→ Vereinsnews & Neues aus den Arbeitsgruppen
→ Mitglieder im Fokus: Drei Fragen an Heide Häusler, Photoszene Köln
→ Bildergalerie: Stern Fotoarchiv in der BSB
→ Aktuelles von unseren Mitgliedern
Aktuelles
Vereinsnews & Neues aus den Arbeitsgruppen

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© Benjamin Zibner
Mitglieder-Versammlung Deutscher Kulturrat

Die jährliche Mitglieder-Versammlung vom Deutschen Kulturrat fand am 25. September 2026 in Berlin statt. Der Deutsche Fotorat hat hier sieben Stimmen und war auch mit sieben Vertreter:innen vor Ort. Es nahmen teil: Bernd Lammel (für den DJV), Mila Hacke (für den BVAF), Christian Klant (für den BFF), Anna Gripp (für die DGPh), Dagmar Schwelle (für FREELENS), Alexandra Lechner (für den Female Photoclub) und Hanns-Peter Frentz (für die AG Fotoerbe). Am Vorabend wurde der Deutsche Kulturpolitikpreis 2026 an die Schauspielerin Iris Berben verliehen.

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KI-Podcast Folge 20

Wie unterscheiden wir heute noch zwischen dokumentarischer Fotografie, optimierten Bildern, Composites und vollständig synthetischen Bildern? Jürgen Scriba und Boris Eldagsen stellen die neue Capture Class des Deutschen Fotorats (Arbeitsgruppe Technischer Fortschritt) vor und diskutieren, warum nicht das verwendete Werkzeug, sondern der tatsächliche Eingriff ins Bild entscheidend sein sollte. Zu Gast ist Christoph Schütz von Photolabel.org, der erklärt, wie in der Schweiz authentische Fotografie freiwillig gekennzeichnet werden könnte. Außerdem testen wir aktuelle Bild- und Videomodelle wie ChatGPT Image 2.5, Midjourney V8.2 Edit, Seedance 2.5, Wan 3.0 und Minimax H3 und vergleichen ihre Stärken, Schwächen und Kosten.

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© Adobe Stock/Panuwat Sikham
Stellungnahme Open Data

Der Deutsche Fotorat hat gegenüber dem Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) im Rahmen der Konsultation zum weiterentwickelten Open-Data-Rahmen eine Stellungnahme formuliert.
Open Data betrifft die Bereitstellung öffentlicher Informationen zur Weiterverwendung. Es begründet keinen freien Zugang zu urheberrechtlich geschützten Werken oder Darbietungen. 

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© Dr. Ralf Stollenwerk/BKM
Empfang im Bundeskanzleramt

Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien Dr. Wolfram Weimer lud am 14. September 2026 zu einem Empfang ins Bundeskanzleramt. Anlässlich der internationalen Jubiläumsaktivitäten zu 200 Jahre Fotografie konnten sich an diesem Abend renommierte Fotografinnen und Fotografen, Expert:innen aus Museen, Sammlungen und Kunstmarkt sowie Vertreter der Fotoindustrie austauschen. Für den Fotorat waren Anna Gripp und Julia Laatsch vor Ort.

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Mitglieder im Fokus
Drei Fragen an Heide Häusler, Photoszene Köln

Das nächste Photoszene-Festival findet im Mai 2027 statt. Warum schon ein Kongress im Herbst 2026?
»Das liegt an unserer Programmierung: Als biennales Festival finde ich es schlüssig, dass wir im Vorbereitungsjahr die Themen diskutieren, zu denen es im Festivaljahr Ausstellungen gibt. In 2022 diskutierten wir mit „Photography in Progress“ die neuen Werkzeuge und Ausbildungssituationen der Fotografie und machten im Anschluss einen Open Call für 2023. 2024 brachten wir das Thema „Feelings and Photography“ in die Szene und entwickelten daraus einen Open Call für 2025 und dieses Jahr ist es das Thema des Nichtwissens, das bei erfolgreicher Mittelakquise ab November 2026 dann ebenfalls in einen Open Call für eine kuratierte Gruppenausstellung zum Festival fließen wird. Die vorgelagerten Debatten ermöglichen es, die gesetzten Themen gemeinsam mit Expert:innen zu diskutieren und sie umfassender zu durchdringen - was nicht ausschließt, dass wir die Themen zum Festival noch einmal in Talks und Debatten reflektieren. (Link zum Programm im Oktober 2026)«
Ist Euer Kongress-Thema "Not Knowing — Photography and the Unknown“ auch eine Reaktion auf die allgemeine Verunsicherung durch KI-generierte Bilder?
»Man kann es so lesen und deshalb verbindet es sich so gut zu aktuellen Diskursen. Die Idee zum Konzept entspringt jedoch vor-fotografischer Zeit und reicht tief in die Kulturgeschichte der Menschheit zurück, da das Nichtwissen ein philosophisches Grundthema ist, das ein hohes Maß an Erkenntnis bereithält, wenn man auf sein Potential fokussiert. Uns interessieren neben den strukturellen Dimensionen und Machthierarchien (Who knows?) durch Fotografie eben auch die Bildgeschichten selbst: Wie fasst man den Umstand des Nichtwissens in produktive Bildsprache? Es ist dabei nicht das Defizitäre des Nichtwissens, sondern eben seine Möglichkeiten, neue Geschichten und neue Impulse zu setzen.«
Wenn die Fotografie immer mehr als Feld der Ungewissheit, der Leerstellen, der Projektion und der Spekulation verstanden wird, wie in Eurer Ankündigung zu lesen, inwieweit funktioniert das Medium dann noch als Klammer, als Ausgangspunkt für ein Festival?
»Die Fotografie hat – wie wir wissen (!) – viele Zuschreibungen. Dieses Mal setzen wir die Fotografie als Medium des Suchens ins Licht. Als ein Medium, das fragt und spekuliert, mit dem die Bildautor:innen ihre Themen umkreisen, um sie zu fassen. Keine eindeutigen Antworten zu kennen, ist dabei außerordentlich produktiv und wir freuen uns über die positive Resonanz, die wir bekommen, sobald wir mit Kurator:innen oder Künstler:innen über das Thema sprechen. Nichtwissen ist überall. Es ist doch so: In der Regel treffen sich Menschen und erklären sich gegenseitig die (Fotografie)Welt. Dass wir eigentlich alle auf der Suche nach Antworten sind, wird oft vergessen, dabei steckt darin eine ungeheure gesellschaftlich verbindende Kraft. Nichtwissen wird aber nur eines der Themen des Festivals sein. Mit der fünften Runde von Artist Meets Archive erwarten die Besuchenden wieder ganz neue Reflektionen zum Archiv, eine Sonderschau zur Bildgeschichte der Spex und eine Vielzahl an Ausstellungen im gesamten Stadtgebiet, wie man es seit 40 Jahren von der Photoszene kennt.«
Bildergalerie
Das stern-Fotoarchiv der Bayerischen Staatsbibliothek

Osho (1931–1990), bekannt als Bhagwan Shree Rajneesh, war ein indischer spiritueller Lehrer und Begründer der Osho-Bewegung. | © Jay Ullal/Stern/Bayerische Staatsbibliothek
Im Jahr 2019 hat der Hamburger Verlag Gruner + Jahr der Bayerischen Staatsbibliothek das analoge Fotoarchiv der Zeitschrift stern als Schenkung übereignet. Das stern-Fotoarchiv gilt als visuelles Gedächtnis der Bundesrepublik. Als eine der international bedeutendsten Dokumentationen des Fotojournalismus ist das Archiv von einzigartiger zeithistorischer Bedeutung. Seit der Übergabe an die Bayerische Staatsbibliothek stellt es zudem eine der größten Fotosammlungen in öffentlicher Hand im deutschsprachigen Bereich dar. Das stern-Fotoarchiv enthält geschätzte 15 Millionen Aufnahmen in Form von Negativen, Dias und Abzügen aus der Zeit von 1948 bis 2001.
Einige ikonische Bilder aus dem stern-Fotoarchiv zeigen wir hier: Link zur Galerie
News & Termine
Aktuelles von unseren Mitgliedern

DGPh

Glossar: Photographie sammeln
Mit dem neuen Glossar „Photographie sammeln“ legt die Sektion Kunst, Markt und Recht der Deutschen Gesellschaft für Photographie auf Initiative von Simone Klein eine aktualisierte Orientierungshilfe für Sammler, Künstler, Galerien, Museen und alle vor, die professionell mit fotografischen Werken umgehen. Das PDF mit Erläuterungen zu 118 Begriffen steht kostenlos als PDF zur Verfügung.
© DGPh

GDT

Naturfotofestival in Lünen
Zum 32. Mal lädt die GDT (Gesellschaft für Naturfotografie) zum Internationalen Naturfotofestival nach Lünen ein. Vom 23. bis 25. Oktober 2026 werden Vorträge nationaler und internationaler Naturfotograf:innen, Seminare, Ausstellungen und ein Fotomarkt geboten. Am Abend des 23. Oktober findet die feierliche Preisverleihung zum Europäischen Naturfotograf des Jahres 2026 statt. Veranstaltungsort: Heinz-Hilpert-Theater Lünen
© Morgan Heim, "New Worlds" (Ausschnitt)

Fotografie Forum Frankfurt

Ausstellung und Workshop Tony Rizzi
Im Rahmen der Ausstellung TONY RIZZI Work Hard, Don't Lie, And Try Not To Hurt Anybody (bis 17. Januar 2027) bietet das Fotografie Forum Frankfurt einen Workshop mit dem US-amerikanischen Tänzer, Choreografen und Fotografen Tony Rizzi am 31.10./1.11. an. Der Workshop richtet sich an alle, die sich für Körpersprache, Verhalten und die Art und Weise interessieren, wie Menschen mit ihrer Umgebung interagieren.
© Tony Rizzi

PhotoBookMuseum

Duane Michals PhotoBook Collection
Das Kölner PhotoBookMuseum konnte die Duane Michals PhotoBook Collection erwerben, die von dem amerikanischen Fotografen und Sammler Tim Soter zusammengetragen wurde. Noch bis zum 21.11.2026 ist die Sammlung in THE BOX  (Körnerstraße 6–8, Köln Ehrenfeld) zu sehen. Am 7. November um 19 Uhr wird Tim Soter einen Vortrag halten.
© PhotoBookMuseum

Stiftung F.C. Gundlach

Ausstellung Andreas Herzau
Aus dem Nachlass des Fotografen Andreas Herzau (1962–2024) präsentiert die Stiftung F.C. Gundlach in Kooperation mit den Museen der Stadt Bamberg vom 1. Oktober 2026 bis 28. Februar 2027 die Ausstellung Lichtakkord. Andreas Herzau fotografiert die Bamberger Symphoniker in der Villa Dessauer in Bamberg. 2014 hatte Andreas Herzau den Auftrag erhalten, den Jubiläumsband zum 70-jährigen Bestehen der Bamberger Symphoniker zu fotografieren. Fortan begleitete er das Orchester mit seiner Kamera auf Proben, Konzerten und Reisen rund um die Welt.
© Andreas Herzau / Stiftung F.C. Gundlach
Impressum

Vorstand des Deutschen Fotorats:
Anna Gripp (DGPh) & Julia Laatsch (FREELENS)
Stellvertreter: Christian Klant (BFF), Ingo Taubhorn (DFA)

Deutscher Fotorat e.V.
Vereinsregister: VR 25821
Registergericht: Amtsgericht Hamburg

c/o FREELENS e.V.
Alter Steinweg 15
20459 Hamburg
Deutschland

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post@deutscher-fotorat.de
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