KI-Podcast - Folge 13

Im Januar 2026 ist viel passiert rund um KI, Bilder und Video. Das chinesische Videomodell Kling 3.0 kann jetzt 4K-Videos, mehrere Kameraperspektiven in einem Clip und immer realistischere Szenen erzeugen, "Flux 2 Klein" ist die Minivariante von Flux 2. Wir fragen uns, was "Lügnerdividende" ist und schauen etwas genauer auf die Negativszenarien des CEOs von Anthropic. Wir untersuchen die Kennzeichnungspflicht des EU AI Acts, besprechen die Microsoft-Studie zur weltweiten Nutzung von KI und sind erstaunt, dass die USA nur im Mittelfeld und hinter Deutschland liegen. --- Im KI-Podcast unterhalten sich Dr. Jürgen Scriba, Leiter der Arbeitsgruppe "Technischer Fortschritt" / Deutscher Fotorat und Boris Eldagsen (Mitglied der Arbeitsgruppe) mit wechselnden Gästen über aktuelle Auswirkungen von KI auf Fotografie.

HIGHLIGHTS:

0:08 – Jahresauftakt & Plattform-Update Rückblick auf Januar 2026 (Folge 13). Podcast jetzt auch auf Spotify, bald iTunes. Weniger neue KI-Modelle als erwartet.
0:52 – Neue Bild- & Videomodelle Flux 2 klein: schnelles, lokal laufendes Bildmodell. Bytedance kündigt neue Modelle an. „Kling 3.0“: 4K, 15 Sekunden, Multishot (mehrere Kameraeinstellungen im Prompt), Ton- & Stimmenklonen. Trend: Video wird als generierter 3D-Raum gedacht – Bild und Film verschmelzen.
4:22 – KI im Foto-Alltag Workshops zeigen: KI wird für hybride Aufgaben genutzt (Menschen ergänzen, Retusche, Begrünung, etc.). Kommerzielle Fotografie war immer inszeniert – KI verstärkt das. Zentrale Frage: Wird das künftig als „Deepfake“ gelten?
9:37 – EU AI Act & Kennzeichnung KI-generierte Inhalte sollen gekennzeichnet werden. Problem: Definition knüpft am Werkzeug (KI) an, nicht an Authentizität. Gefahr: Inszenierte Fotos gelten als „echt“, KI-Bilder als „Fake“. Forderung: Durchgängige Metadaten statt reiner KI-Markierung.
21:03 – Politische KI-Beispiele KI-Inszenierungen mit historischen Figuren. Manipulierte Bilder aus politischen Kontexten. Polizeiliche KI-Symbolbilder zur Emotionalisierung. Problem: Behörden erzeugen eigene Bildrealitäten – Glaubwürdigkeit leidet.
27:10 – KI-Erkennung scheitert Studie zeigt: Chatbots erkennen KI-Videos nicht zuverlässig. → Technische Erkennung allein reicht nicht.
29:06 – Neue Kennzeichnungsideen Vorschlag: Transparenz nach Autorenschaft / Ausführung / Verfeinerung / Verifikation (Mensch/KI/Assisted). Ansatz: Medienübergreifendes System statt einfacher „KI“-Labels.
35:44 – Vertrauenskrise „Lügner-Dividende“: Echte Bilder können als KI-Fake diskreditiert werden. KI-Restaurierungen verändern reale Personen subtil. Notwendig: Vertrauenszonen je nach Kontext (Journalismus, Werbung, freie Kunst).
38:48 – KI-Nutzung weltweit Microsoft-Studie: Hohe Nutzung in VAE und Singapur. Deutschland im Mittelfeld. USA nicht führend bei Nutzung. Digitalisierte Staaten adaptieren schneller.
41:37 – Kreative vs. KI-Training Initiativen gegen ungefragtes Training mit urheberrechtlich geschütztem Material. Beispiel: Bücher werden gekauft, gescannt, zerstört – rechtlich zulässig in den USA.
44:54 – Risiken: Doom-Szenario oder Realismus? Essay von Dario Amodei (CEO Anthropic): Risiken durch Überwachung, Autoritarismus, Missbrauch. Weniger Superintelligenz, mehr reale Machtfragen. Fazit: KI verändert Bildproduktion grundlegend. Technische Kennzeichnung reicht nicht – entscheidend sind Transparenz, Metadaten und gesellschaftliche Regeln für Bildvertrauen.

INFO

Dr. Jürgen Scriba leitet die Arbeitsgruppe "Technischer Fortschritt" des Deutschen Fotorats. Er studierte Physik und Informatik in Hamburg und München, wo er in experimenteller Halbleiterphysik promovierte. Er war im Wissenschaftsjournalismus als Redakteur bei den Nachrichtenmagazinen Spiegel und Focus tätig, bevor er ein Biotech-Startup mitgründete und als COO bis zum Verkauf an einen japanischen Lifescience-Konzern leitete. Danach arbeitete er als Fotograf im Bereich Industriefotografie und Video. Er war elf Jahre Geschäftsführer der Deutschen Fotografischen Akademie und arbeitet derzeit als Elektronikentwickler im Orgelbau neben seiner künstlerischen Fotoarbeit (https://aussendienst.photography).

Boris Eldagsen studierte Bildende Kunst und Philosophie in Köln, Mainz, Prag und Hyderabad. Seit 2000 wurden seine Foto- und Medienarbeiten in internationalen Institutionen und Festivals gezeigt und ausgezeichnet. Seit 2004 unterrichtet er Ideenlehre, Kreativität und Fotografie an internationalen Kunsthochschulen. Boris ist einer der international anerkannten Experten für KI-generierte Bilder. Seine Absage der Sony World Photo Awards im April 2023 löste eine weltweite Debatte über die Beziehung zwischen Fotografie und KI-generierten Bildern („Promptografie“) aus. Er war der “Posterboy der KI-Debatte” (SZ) und sein Bild “PSEUDOMNESIA | The Electrician“ wurde als “the picture that stopped the world“ (The Guardian) Symbolbild einer neuen Ära. (https://www.promptwhispering.ai).

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